Was ist Häusliche Gewalt?
Bis vor einigen Jahren wurde offiziell meist der Begriff "Familienstreitigkeiten" für Gewalt im sozialen Nahbereich verwandt. Die Erkenntnisse, welche Ausmaße und Auswirkungen Häusliche Gewalt hat und die Enttabuisierung dieses Themas, machte es dringend notwendig, dass man sich von verharmlosenden Begriffen wie "Familienstreitigkeiten", "Familiendrama" und ähnlichem (i.d.R.) verabschiedete.
"Der Begriff Häusliche Gewalt umfasst die Formen der physischen, sexuellen, psychischen, sozialen und emotionalen Gewalt, die zwischen erwachsenen Menschen stattfindet, die in nahen Beziehungen zueinander stehen oder gestanden haben. Das sind in erster Linie Erwachsene in ehelichen und nichtehelichen Lebensgemeinschaften, aber auch in anderen Verwandtschaftsbeziehungen." ( BIG e.V.)
Häusliche Gewalt ist die Übersetzung von "domestic violence", dem am häufigsten verwendeten Begriff in der angloamerikanischen Forschung . Sie wird auch als Gewalt im Geschlechterverhältnis bezeichnet.
Der Begriff Häusliche Gewalt legt nicht fest, ob es sich um männliche oder weibliche Täter handelt, d.h. die Frage "wer gegen wen Gewalt ausübt" wird durch diesen Begriff nicht eindeutig benannt.
In über 90% der Fälle Häuslicher Gewalt sind die Opfer Frauen und die Täter Männer.
Statistisch gesehen ist der gefährlichste Moment im Leben einer Frau in Deutschland, der Moment, indem sie ihren Patner / Ehemann verläßt.
Auf der ganzen Welt ist es wahrscheinlicher für eine Frau zwischen 16 und 45 von ihrem Partner oder einem nahen Angehörigen verletzt oder getötet zu werden, als durch Krieg oder Terrorismus.

